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Tatort NIERE

Erstes Programm zur Prävention von Nierenerkrankungen in Deutschland

Rund 5 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Chronische Nierenerkrankung (CKD) – doch die wenigsten wissen davon. Die Folgen dieser unbekannten Volkskrankheit sind für Betroffene, Unternehmen, Gesellschaft und die Krankenversicherung gravierend: So entstehen allein den Krankenkassen jedes Jahr Kosten von ca. 3 Milliarden Euro.

Mit Tatort NIERE realisieren die Deutsche Nierenstiftung und der BKK Landesverband Süd eine mehrjährige Präventionskampagne. Sie will – u.a. im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung – über die Gefahren und Risiken einer Nierenerkrankung aufklären, aber auch auf die Chancen und Möglichkeiten durch Prävention hinweisen. Schirmherrin ist die Schauspielerin und Drehbuchautorin Anke Sevenich, bekannt aus ihren Episoden-Hauptrollen in der ARD-Sendung „Tatort“. „Der Tatort ist für das Fernsehen ein absolutes Erfolgsmodell. Wenn das Präventionsprojekt nur annähernd so erfolgreich ist, haben wir einen Riesenstein ins Rollen gebracht und in der Bevölkerung ein Bewusstsein geschaffen“, so die Schirmherrin.

Die Gefahr, an einer Niereninsuffizienz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Deshalb ist Prävention und Früherkennung von Nierenerkrankungen besonders für Menschen im mittleren bzw. berufstätigen Alter wichtig. „Das neue Präventionsgesetz lässt den Unternehmen an zahlreichen Stellen eine besondere Bedeutung zukommen, denn in der Lebenswelt Betrieb können wir Versicherte im mittleren Alter besonders gut erreichen“, so Jacqueline Kühne, Vorstand des BKK Landesverbandes Süd. „Leider werden die Maßnahmen der Individualprävention sowie die Check-ups der Krankenkassen von Berufstätigen aus Zeitgründen oft nur wenig genutzt. Wenn die Angebote zur Gesundheitsförderung nun in Kooperation mit den Unternehmen am Arbeitsplatz publik gemacht und beworben werden können, ist das ein großer Schritt in die richtige Richtung – für den Versicherten, aber auch für den Arbeitgeber, der so gleichermaßen einen Beitrag zur Gesunderhaltung seiner Mitarbeiter wie zur Stärkung seines Betriebes leistet.“

„Tatort NIERE ist ein Meilenstein für die Nierengesundheit in Deutschland“, so Prof. Dr. Werner Riegel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nierenstiftung und Klinikdirektor. „Auf so breiter Basis wurde bisher noch nie über das Hochleistungsorgan Niere informiert sowie für Prävention und Früherkennung geworben.“

Hintergrund: CKD – die unbekannte Volkskrankheit

Nach vorsichtigen Schätzungen leiden rund 5 Millionen Menschen in Deutschland unter einer Chronischen Nierenerkrankung (CKD). Davon sind auch schon junge Menschen im Berufsleben betroffen.
Nach einer aktuellen repräsentativen Studie wissen mehr als 70 Prozent der Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung. Von denen, die davon wissen, befinden sich nur zwei Drittel in ärztlicher Behandlung. Die Folgen sind erheblich. Denn CKD ist ein Hochrisikofaktor für den Gesundheitszustand allgemein und für kardiovaskuläre Ereignisse bzw. Mortalität im Speziellen. So belegen aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen, dass durch CKD ein größeres Risiko besteht, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden, als etwa durch Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Rauchen.

Entsprechend wichtig sind die frühe Erkennung und die frühe Behandlung – vor allem auch, um aus einer Niereninsuffizienz resultierenden Stoffwechselkomplikationen entgegenzuwirken. Dies führt zu längerem Überleben, verhindert einen frühzeitigen Dialysebedarf und reduziert die Behandlungskosten.

Wie sehr die Behandlungskosten je Fall mit fortschreitender Erkrankung steigen, zeigen Daten aus den USA. Sie erhöhen sich beim Übergang der Nierenerkrankung von einem Stadium ins folgende überproportional:

  • CKD-Stadium 1 → 2:ca. 5.000,- USD/Jahr
  • CKD-Stadium 3 → 4: ca. 15.000,- USD/Jahr
  • CKD-Stadium 5 (Dialyse): ca. 70.000,- USD/Jahr

Diese US-Zahlen dürften für Deutschland vergleichbar sein.
Die Früherkennung einer Chronischen Nierenerkrankung ist insbesondere durch den Check-up 35 sehr gut möglich.

Ein Spendenaufruf von Altruja