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TATORT NIERE

Auftaktveranstaltung der neuen BKK-Präventionskampagne

Erstes Programm zur Prävention von Nierenerkrankungen in Deutschland

11. März 2016 – Stuttgart. Pünktlich zum Weltnierentag startete die Deutsche Nierenstiftung in Kooperation mit dem BKK Landesverband Süd die neue Präventionskampagne „TATORT NIERE“.

Anke SevenichRund 5 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Chronische Nierenerkrankung (CKD) – doch die wenigsten wissen davon. Die Folgen dieser unbekannten Volkskrankheit sind für Betroffene, Unternehmen, Gesellschaft und die Krankenversicherung gravierend: So entstehen allein den Krankenkassen jedes Jahr Kosten von ca. 3 Milliarden Euro. „Prävention spart den Kassen Geld“, bringt Hans-Joachim Heist (Bild r.), Schauspieler und Moderator der Veranstaltung, das Thema des Tages auf den Punkt.

Hans-Joachim Heist - Moderator und engagiert für die Deutsche NierenstiftungMit „TATORT NIERE“ realisieren die Deutsche Nierenstiftung und der BKK Landesverband Süd eine mehrjährige Kampagne. Sie will – u.a. im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung – über die Gefahren und Risiken einer Nierenerkrankung aufklären, aber auch auf die Chancen und Möglichkeiten durch Prävention hinweisen. Schirmherrin ist die Schauspielerin und Drehbuchautorin Anke Sevenich, bekannt aus ihren Episoden-Hauptrollen in der ARD-Sendung „Tatort“. „Der Tatort ist für das Fernsehen ein absolutes Erfolgsmodell. Wenn das Präventionsprojekt nur annähernd so erfolgreich ist, haben wir einen Riesenstein ins Rollen gebracht und in der Bevölkerung ein Bewusstsein geschaffen. Ich wünsche der Aktion gutes Gelingen und setzt mich gerne dafür ein, weil ich sie für sinnvoll halte“, so die Schirmherrin.

 

Prof. Dr. Werner Riegel über NierenstarkDie Gefahr, an einer Niereninsuffizienz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Deshalb ist Prävention und Früherkennung von Nierenerkrankungen besonders für Menschen im mittleren bzw. berufstätigen Alter wichtig. Aus demografischer Perspektive ergänzt Prof. Dr. Andreas Klocke von der Frankfurt University of Applied Sciences: „Aufgrund einer niedrigen Geburtenrate schrumpfen wir. In ca. 50 Jahren müssen 70 Millionen Menschen eine Infrastruktur tragen und finanzieren, die auf 80 Millionen Menschen ausgelegt ist. Schon heute gibt es Regionen, die hier in Schwierigkeiten geraten. Arbeitgeber müssen dort attraktive Rahmenbedingungen bieten, um Fachkräfte zu binden. Maßnahmen zur Prävention von Krankheiten werden hier eine Rolle spielen.“

„Das neue Präventionsgesetz lässt den Unternehmen an zahlreichen Stellen eine besondere Bedeutung zukommen, denn in der Lebenswelt Betrieb können wir Versicherte im mittleren Alter besonders gut erreichen“, so Jacqueline Kühne, Vorstand des BKK Landesverbandes Süd. „Leider werden die Maßnahmen der Individualprävention sowie die Check-ups der Krankenkassen von Berufstätigen aus Zeitgründen oft nur wenig genutzt. Wenn die Angebote zur Gesundheitsförderung nun in Kooperation mit den Unternehmen am Arbeitsplatz publik gemacht und beworben werden können, ist das ein großer Schritt in die richtige Richtung – für den Versicherten, aber auch für den Arbeitgeber, der so gleichermaßen einen Beitrag zur Gesunderhaltung seiner Mitarbeiter wie zur Stärkung seines Betriebes leistet.“

Jacqueline Kühne„TATORT NIERE“ ist ein Meilenstein für die Nierengesundheit in Deutschland“, so Prof. Dr. Werner Riegel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nierenstiftung und Klinikdirektor. Auf so breiter Basis wurde bisher noch nie über das Hochleistungsorgan Niere informiert sowie für Prävention und Früherkennung geworben.“

„Nierenerkrankungen stehen immer erst dann auf der Agenda, wenn der schlimmste Fall eingetreten und eine Dialyse oder sogar eine Transplantation notwendig wird“, ergänzt Jacqueline Kühne. Dabei lasse sich eine Schädigung der Nieren durch Prävention vermeiden oder durch Vorsorge­untersuchungen bereits früh erkennen und durch einen gesunden Lebensstil erfolgreich aufhalten. „Gerne sprechen wir bei der Früherkennung umgangssprachlich von ‚auf Herz und Nieren geprüft‘ – für das Herz stimmt das in der Regel auch, aber die Nieren kommen häufig zu kurz. Das wollen wir ändern.“

„Die Veranstaltung ist zielführend“, betont Prof. Dr. Karlwilhelm Kühn, Vorsitzender des Stiftungsrats der Deutschen Nierenstiftung. „Durch die Kooperation der Deutschen Nierenstiftung mit dem BKK Landesverband Süd wird die Verbreitung des Anliegens der Deutschen Nierenstiftung gefördert – nämlich Nierenerkrankungen frühzeitig zu erkennen und lange vor der Dialysebehandlung einzuschreiten.“


Hintergrund: CKD – die unbekannte Volkskrankheit

Nach vorsichtigen Schätzungen leiden rund 5 Millionen Menschen in Deutschland unter einer Chronischen Nierenerkrankung (CKD). Davon sind auch schon junge Menschen im Berufsleben betroffen.

Nach einer aktuellen repräsentativen Studie wissen mehr als 70 Prozent der Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung. Von denen, die davon wissen, befinden sich nur zwei Drittel in ärztlicher Behandlung.

Die Folgen sind erheblich. Denn CKD ist ein Hochrisikofaktor für den Gesundheitszustand allgemein und für kardiovaskuläre Ereignisse bzw. Mortalität im Speziellen. So belegen aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen, dass durch CKD ein größeres Risiko besteht, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden, als etwa durch Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Rauchen.

Entsprechend wichtig sind die frühe Erkennung und die frühe Behandlung – vor allem auch, um aus einer Niereninsuffizienz resultierenden Stoffwechselkomplikationen entgegenzuwirken. Dies führt zu längerem Überleben, verhindert einen frühzeitigen Dialysebedarf und reduziert die Behandlungskosten.

Wie sehr die Behandlungskosten je Fall mit fortschreitender Erkrankung steigen, zeigen Daten aus den USA. Sie erhöhen sich beim Übergang der Nierenerkrankung von einem Stadium ins folgende überproportional

·         CKD-Stadium 1 → 2:ca. 5.000,- USD/Jahr

·         CKD-Stadium 3 → 4: ca. 15.000,- USD/Jahr

·         CKD-Stadium 5 (Dialyse): ca. 70.000,- USD/Jahr

Diese US-Zahlen dürften für Deutschland vergleichbar sein.

Die Früherkennung einer Chronischen Nierenerkrankung ist insbesondere durch den Check-up 35 sehr gut möglich.

Ein Spendenaufruf von Altruja